The Box of Fear

Raise your hand if you know the Box of Fear.

If you didn’t raise your hand, I’m certain you still know it by some other name. Because everybody has one. Maybe it’s the Box of Procrastination to you. It’s where the things end up that we should be doing, but for some reason don’t. Often that reason has to do with some kind of fear or anxiety (also quite often, we don’t admit that). We tell ourselves it’s laziness. Or maybe „the circumstances“ just aren’t right. Or we are so sure that we’re gonna do it tomorrow, we obviously can’t be afraid of it. For most of us, our tax returns are in that box (mine too, but since I’m no longer self-employed it’s not really a problem anymore).

But my Box of Fear is full of photographs.

It’s overflowing with RAW files, neatly sorted into folders on my hard drive and collections in my Lightroom catalog. Places I’ve been, things I’ve seen, stuff I want to share with the world. I really do. But I never did. Because you see, if I did, you would know I am a fraud. A talentless hack. Someone who shouldn’t hold a camera. Impostor Syndrome is a bitch. It’s always been part of me. Sometimes it gets better, sometimes it gets worse. Often I look at what I shot and it’s all just bland and uninspired to me.

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штурмовщина

Wir Deutschen werden ja oft darum beneidet, dass unsere Sprache für wirklich alles ein passendes Wort kennt (von Wanderlust über Schadenfreude bis Fahrvergnügen). Aber manchmal haben uns andere Sprachen etwas voraus, in diesem Fall Russisch: штурмовщина.

Ein Überbleibsel aus der Sowjetzeit, bezeichnet Shturmovshchina (so die englische Transliteration) das panische Erledigen von Sachen in letzter Minute, die man warum auch immer ewig vor sich hin geschoben hat. Und das ist doch ein Gefühl, das wir alle kennen, oder? Ich würde mich selber ja zum König der Prokrastination (auch so ein schönes Wort) ausrufen, aber nicht mehr heute, vielleicht komme ich nächste Woche dazu oder so…

Und so stehe ich mal wieder am Anfang eines neuen Jahres und stelle fest, dass aus den guten Vorsätzen für 2018 wieder nichts geworden ist. Woher kommt mir das nur so bekannt vor… ach ja, richtig, weil’s Anfang letzten Jahres genau so war. Wenigstens lag das Blog nicht ganz brach, seit ich meine Instagram-Bilder automatisch hier crossposte (IFTTT sei Dank).

Ich muss 2019 echt mal shturmovshchinen, also stürmen, also, ihr wisst schon. Mehr Zeit ins Blog investieren. Über Reiseziele schreiben, vielleicht auch mal mehr über Technik, Equipment, Making Ofs. Was halt Fotografen-Blogs so machen, wenn sie nicht brachliegen. Und mich endlich meinem aufgeblähten Lightroom-Katalog stellen, der mir immer noch hämisch die Fotos aus Chernobyl vorhält, an die ich mich immer noch nicht herangewagt habe (scheiß Impostor-Syndrom). Und andere Reisen. Und Shootings. Und zahllose Konzerte. Und ich muss mich wirklich mal am Riemen reißen und aufhören, neue Bilder auf Halde zu produzieren, solange der Backlog nicht halbwegs abgearbeitet ist. Winter wäre ja eigentlich ne tolle Zeit dafür.

Drückt mir die Daumen.

Neustart! Neustart? Schon wieder?

Letztes Jahr lief ja nicht gerade optimal. Mehrmals habe ich mir selbst einen fotografischen Neustart verschrieben und bin mehrmals gescheitert. Ein wichtiger Grund dafür war sicher Tschernobyl. Nie ist mir mein Bildwerk dermaßen belanglos und unzulänglich vorgekommen wie im Rückblick auf diese wahnsinnige Katastrophe. Wie soll ein Foto jemals ausdrücken, was man an diesem Ort empfindet? Unmöglich. Irgendwann willst du Lightroom gar nicht mehr öffnen, weil du die Zeugnisse deines Versagens nicht mehr sehen kannst. 

Was gibt es da besseres, als sich ein paar bescheuerte „gute Vorsätze“ für das neue Jahr zu machen? Bekanntlich landen die ja nach einem Monat auch alle in der Tonne. Aber hey – man kann ja versuchen, das symbolische Datum für sich zu nutzen.

Gestern war ein erster Schritt in die richtige Richtung: der Studio Anywhere-Workshop mit Nick Fancher (ja, darüber werde ich noch etwas ausführlicher bloggen). Und siehe da: mit einer Gruppe von Fotografen Setups auszuprobieren, zu experimentieren und zu sehen, wie jede(r) aus dem mehr oder weniger gleichen Setting völlig unterschiedliche Dinge herausholt, ist spaßig, faszinierend und motivierend – und vor allem mit dem Konsumieren von reiner Theorie aus Büchern und Tutorials nicht zu vergleichen. Denn das ist auch eines meiner Lieblingsprobleme: Ich sauge Techniken und Theorien auf, schaffe es aber nicht, diese praktisch umzusetzen. Genauso, wie ich Equipment und Zeug ansammle, das ich nicht wirklich benutze. Gerade Nicks minimalistischer Ansatz (2 Blitze, ein Lichtstativ, und wenn’s hochkommt, eine kleine Softbox) war da sehr erfrischend. Und daher rufe ich 2018 für mich persönlich zum Jahr der Praxis aus. Mein Equipment wirklich kennenlernen, Setups ausprobieren, durchspielen und einsetzen, Shootings ansetzen und durchziehen.

Dieses Jahr werde ich auch versuchen, #vnv52 doch noch fertigzustellen. Da ich aber gelernt habe, dass ich mir mit regelmäßigen Pflichtterminen eher schade, werde ich mich nicht auf einen wöchentlichen Rhythmus festlegen, sondern einfach zusehen, dass nach und nach die Gesamtzahl von 52 Bildern zusammen kommt. Und wenn ich im Lauf des Jahres 12 anständige Shootings hinbekomme – egal, wie sich diese zeitlich verteilen – tue ich am Ende einfach so, als hätte ich ganz penibel ein Shooting pro Monat veranstaltet.

Das sind die Kennzahlen für 2018: 52 und 12. Ohne Deadlines und Termindruck.

Drückt mir die Daumen. Falls das hier überhaupt irgend jemand liest.