Im Westen nichts neues

Tja, das hab ich mir wohl so gedacht: Blog aufsetzen, #52-Projekt anfangen, das wird schon laufen. Ähm, nein.

Ich geb’s ja zu: Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die immer irgend etwas anfängt, große Pläne schmiedet, und dann entweder gar nicht aus dem Quark kommt oder nix wirklich zu Ende bringt. Von daher hätte mir klar sein müssen, dass ich für so etwas wie ein #52-Projekt einfach nicht geeignet bin. Jetzt habe ich diverse Ideen und halbausgegorene Bildskizzen im Kopf, und finde immer wieder einen Grund, sie vor mir herzuschieben. Und je länger ich schiebe, um so länger ist das letzte Update her, umso sinnloser kommt mir das ganze vor, umso größer ist die Versuchung, alles weiterzuschieben, etc pp. Ist ja nicht so, dass ich diese Erkenntnis nicht schon Ende Januar gehabt hätte. Narf.

Außerdem fühle ich mich seit Chernobyl irgendwie kreativ ausgelutscht. Jedesmal, wenn ich meine Bilder aus der Zone öffne und endlich mal mit dem bewerten und sortieren (geschweige denn ausbelichten oder bearbeiten) anfangen will, kommt mir alles, was ich mitgebracht habe, einfach so belanglos, uninspiriert und banal vor. Zeug, das jeder Idiot mit dem Iphone hätte schießen können. Keine Vision, keine Komposition. Natürlich ist im Vergleich zu dem, was in Chernobyl passiert ist, alles trivial – aber ist es zu viel verlangt, zu erwarten, dass meine Bilder wenigstens ansatzweise das Gefühlte, den Eindruck, die Wucht des Ortes widerspiegeln sollen?

Und so gibt es erst mal auch weiterhin im Westen nichts neues.