Neustart! Neustart? Schon wieder?

Light Rays

Letztes Jahr lief ja nicht gerade optimal. Mehrmals habe ich mir selbst einen fotografischen Neustart verschrieben und bin mehrmals gescheitert. Ein wichtiger Grund dafür war sicher Tschernobyl. Nie ist mir mein Bildwerk dermaßen belanglos und unzulänglich vorgekommen wie im Rückblick auf diese wahnsinnige Katastrophe. Wie soll ein Foto jemals ausdrücken, was man an diesem Ort empfindet? Unmöglich. Irgendwann willst du Lightroom gar nicht mehr öffnen, weil du die Zeugnisse deines Versagens nicht mehr sehen kannst. 

Was gibt es da besseres, als sich ein paar bescheuerte „gute Vorsätze“ für das neue Jahr zu machen? Bekanntlich landen die ja nach einem Monat auch alle in der Tonne. Aber hey – man kann ja versuchen, das symbolische Datum für sich zu nutzen.

Gestern war ein erster Schritt in die richtige Richtung: der Studio Anywhere-Workshop mit Nick Fancher (ja, darüber werde ich noch etwas ausführlicher bloggen). Und siehe da: mit einer Gruppe von Fotografen Setups auszuprobieren, zu experimentieren und zu sehen, wie jede(r) aus dem mehr oder weniger gleichen Setting völlig unterschiedliche Dinge herausholt, ist spaßig, faszinierend und motivierend – und vor allem mit dem Konsumieren von reiner Theorie aus Büchern und Tutorials nicht zu vergleichen. Denn das ist auch eines meiner Lieblingsprobleme: Ich sauge Techniken und Theorien auf, schaffe es aber nicht, diese praktisch umzusetzen. Genauso, wie ich Equipment und Zeug ansammle, das ich nicht wirklich benutze. Gerade Nicks minimalistischer Ansatz (2 Blitze, ein Lichtstativ, und wenn’s hochkommt, eine kleine Softbox) war da sehr erfrischend. Und daher rufe ich 2018 für mich persönlich zum Jahr der Praxis aus. Mein Equipment wirklich kennenlernen, Setups ausprobieren, durchspielen und einsetzen, Shootings ansetzen und durchziehen.

Dieses Jahr werde ich auch versuchen, #vnv52 doch noch fertigzustellen. Da ich aber gelernt habe, dass ich mir mit regelmäßigen Pflichtterminen eher schade, werde ich mich nicht auf einen wöchentlichen Rhythmus festlegen, sondern einfach zusehen, dass nach und nach die Gesamtzahl von 52 Bildern zusammen kommt. Und wenn ich im Lauf des Jahres 12 anständige Shootings hinbekomme – egal, wie sich diese zeitlich verteilen – tue ich am Ende einfach so, als hätte ich ganz penibel ein Shooting pro Monat veranstaltet.

Das sind die Kennzahlen für 2018: 52 und 12. Ohne Deadlines und Termindruck.

Drückt mir die Daumen. Falls das hier überhaupt irgend jemand liest.

2 Gedanken zu „Neustart! Neustart? Schon wieder?“

  1. Hi Tobias,

    wie mir das bekannt vorkommt. Die latent steigende Frustration über die eigenen Bilder zog mich letztes Jahr auch völlig runter.
    Der Vorsatz, mal wieder Zeitraffer zu machen? Vergessen.
    Endlich mal Street-Fotografie ausprobieren? Zu mutlos.
    Früh raus und Sonnenaufgänge aufnehmen? Zu faul.
    Scouting machen und Ziele auskundschaften und dann mal bei richtigem Wetter anfahren? Völlig verdrängt.

    Ich hab das Gefühl, schon jeden Stein in Bayern zig mal abgelichtet zu haben. Mir fehlt das Auge für neues, klappere nur bekannte Orte ab, hab mein Stativ zu selten dabei.

    Ich beteuere mir dann immer, es sei ja nur ein Hobby… aber was bringt ein Hobby, das mich frustet, weil ich so völlig uninspiriert dran gehe?

    Ich drück Dir auf alle Fälle die Daumen. Und irgendwer liest immer mit 😉

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